Innovation – wie bringt man Neues erfolgreich in die Welt?

Innovation heißt Erneuerung. Sie ist der Motor unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Sie schafft Fortschritt, Komfort und Wohlstand. Sie generiert Vorteile im Wettbewerb. Sie geschieht aber nicht von allein. Sie ist das Resultat der Kreativität und der systematischen Arbeit einzelner oder mehrerer Menschen und ihrer Organisationen.

Am Institut für Innovation erforschen wir die Verhaltensmuster der Menschen, die erfolgreich Innovationen hervorbringen und managen, die Merkmale der Organisationen, die optimale Rahmenbedingungen dafür schaffen, und das Unternehmensumfeld, in dem sich diese Organisationen bewegen. Wir unterstützen Führungskräfte darin, von diesen Erkenntnissen zu lernen, um selbst erfolgreich Innovationen zu erzeugen, zu managen sowie rechtlich abzusichern, zu verwerten und durchzusetzen.

Ausgewählte Forschungsergebnisse:

Fahrzeugautomatisierung – Rechtliche Rahmenbedingungen

»Welche rechtlichen Implikationen hat die rasant voranschreitende Automatisierung von Fahrzeugen?«, ist eine äußerst dringliche und aktuelle Fragestellung, welche aus juristischer Sicht eine Antwort verlangt. Das Forschungsprojekt will diese Antwort insbesondere im Bereich des Straßenverkehrszulassungs- und Haftungsrechts geben.

Hier gibt es weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Externe Partner im Innovationsprozess

Viele Studien untersuchen, wie sich die Zusammenarbeit mit externen Partnern, beispielsweise Kunden und Lieferanten, auf die Innovationstätigkeit von Unternehmen auswirkt. Weitgehend unbekannt ist jedoch, welche Partnereigenschaften letztendlich den Innovationserfolg beeinflussen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Innovationskraft der Partner einen positiven jedoch verschiedenartigen Einfluss auf den Wissensstand von Unternehmen, beispielsweise in Markt- oder technologiebezogenem Wissen, hat.

Moos, B., Wagner, H.-T., Beimborn, D., & Weitzel, T. 2015. The Contagious Power of Innovativeness: How Different Corporate Partners Contribute to a Firm's Knowledge. International Journal of Innovation Management, 19(4), 1-38. [Link]

Wissensmanagementsysteme und Innovationserfolg

Was ist die Rolle von Wissensmanagementsystemen (KMS) für die Innovationskraft eines Unternehmens und dessen absorptive Fähigkeit? Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass absorptive Fähigkeit, d.h. die Fähigkeit eines Unternehmens Wissen zu erwerben und zu nutzen, entscheidend ist für dessen Innovationserfolg. Die Studie entwickelt ein theoretisches Modell, das einen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit und Nutzung eines KMS und den absorptiven Fähigkeiten sowie dem organisationalen Wissen eines Unternehmens herstellt um den Beitrag eines KMS zum Innovationserfolg zu erklären. Die Ergebnisse zeigen, dass ein KMS den Innovationserfolg beeinflusst, indem es die absorptiven Fähigkeiten verbessert. Mit Blick auf die Auswirkungen von verschiedenen Wissensarten auf die Innovationskraft wird deutlich, dass nur technisches Wissen jedoch nicht Marktkenntnisse eine wesentliche Determinante des Innovationserfolgs ist.

Moos, B., Beimborn, D., Wagner, H-T. & Weitzel, T. 2013. The role of knowledge management systems for innovation: An absorptive capacity perspective. International Journal of Innovation Management, 17: 1350019. [Link]

Markenschutz in Europa

Unternehmen investieren in Markenschutz, um ihr Geistiges Eigentum zu sichern und sich gegenüber Mitbewerbern einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Markenschutz hilft Unternehmen, ihre Innovationen von den Angeboten der Wettbewerber zu unterscheiden. Um europaweiten Markenschutz zu erlangen, ist die Gemeinschaftsmarke das richtige Instrument. Der Schutz der Gemeinschaftsmarke ist in der Gemeinschaftsmarkenverordnung geregelt. Der Kommentar ist der erste englischsprachige Systemkommentar zu dieser Verordnung. Er beleuchtet systematisch die einzelnen Vorschriften der Gemeinschaftsmarkenverordnung und enthält zudem einen Überblick über die vorgerichtliche und gerichtliche Praxis in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten. Prof. Dr. Alexandra von Bismarck kommentierte als Co-Autorin die Artikel 40-42 über das Widerspruchsverfahren. Die umfassende Kommentierung des Gemeinschaftsmarkenrecht ist ein wertvolles Nachschlagewerk für jeden Rechtsanwalt und Unternehmensjuristen in- und außerhalb Europas.

von Bismarck, A. 2015. Kommentierung der Art. 40-42 CTMR. In G. Hasselblatt (ed.), Community Trade Mark Regulation – A Commentary. München: C.H. Beck, Oxford: Hart, Baden Baden: Nomos.

Forschung und Entwicklung in chinesischen Unternehmen

Chinesische Unternehmen sind durch einen starken Anstieg ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gekennzeichnet. Da die Steigerungen zumindest teilweise auf Vorgaben und Subventionen der politischen Führung zurückgehen, bleibt unklar, ob sich die zunehmenden Aktivitäten positiv auf den Unternehmenserfolg – gemessen als Produktivitätssteigerung – auswirken. Ein zentrales Ergebnis der Studie lautet, dass private im Vergleich zu staatlichen Unternehmen höhere Renditen aus ihren Forschungs- und Entwicklungsausgaben generieren können. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Patentanmeldungen. Die starke Ausweitung der Patentanmeldungen geht mit einem sinkenden Einfluss auf den Unternehmenserfolg einher. Bei Unternehmen in staatlichem Mehrheitsbesitz hat sich die Produktivitätsentwicklung von der Zahl der Patentanmeldungen sogar abgekoppelt. Damit können nicht alle Forschungsaktivitäten von chinesischen Unternehmen als erfolgreich bezeichnet werden.

Böing, P., Müller, E. & Sandner, P. Forthcoming. China’s R&D Explosion – Analyzing Productivity Effects Across Ownership Types and Over Time. Research Policy. [Note: The paper is forthcoming. There is not yet a link to the paper.]

Social Media

Im Zeitalter von »Open Innovation« nutzen Unternehmen nicht nur internes Wissen sondern greifen auch auf außerhalb des Unternehmens generierte Ideen, z.B. von Kunden, zurück. Social Media und Online Communities sind deshalb eine wichtige Wissensquelle für den Innovationsprozess. Der aktive Einsatz von Social Media und Online Communities in Unternehmen nimmt beständig zu. Diese Communities werden von sogenannten Social Media oder Community Managern betreut, die dafür zuständig sind, dass ihre Communities dynamisch bleiben und sich deren Mitglieder aktiv austauschen. Der Begriff der Forengesundheit, oder Online Community Health, beschreibt, ob eine Community gut funktioniert. In dem vorliegenden Papier werden sieben Dimensionen identifiziert, die das Konzept der Forengesundheit ganzheitlich erfassen. Mit Hilfe dieses Modells werden Manager von Social Media und Online Communities in die Lage versetzt, den Gesundheitszustand ihrer Communities systematisch zu erfassen. In einem weiteren Schritt können diese dann überlegen, was unternommen werden muss, um die Forenaktivität zu erhöhen und die Ideen der Teilnehmer besser für den Innovationsprozess nutzbar zu machen.

Wagner, D., Richter A., Trier, M., & Wagner, H-T. 2014. Toward a conceptualization of online community health, Proceedings of the 2014 International Conference on Information Systems. [Link]