Ein Plädoyer für Selbstbewusstsein

Es ist kein Spruch, den man abends beim Stammtisch mal locker in die Runde schmeißt. Das Lieblingszitat von Regina-Viola Frey ist eines der tiefgründigsten und eindrucksvollsten in der GGS – und eines der längsten. Mehr als 140 Worte zählt der Spruch des afrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela, das im 3. Stock an der Wand steht. Es lautet:  

"Es ist nicht unsere tiefste Angst, unzulänglich zu sein. Es ist unsere tiefste Angst, unermesslich kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die wir am meisten fürchten. Wir fragen uns: wer bin ich, dass ich brillant, großartig, talentiert und märchenhaft sein könnte?

Ja, wer bist du, dass du es nicht sein solltest? Du bist ein Kind Gottes, und dass du dich klein machst, nutzt der Welt nichts. Es ist nichts Großartiges daran zu schrumpfen, damit andere Menschen sich in deiner Gegenwart nicht unsicher fühlen.  Wir sind geboren, um die Größe Gottes, die in uns ist, zu manifestieren. Sie ist nicht nur in einigen von uns, sondern in jedem.

Wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen  die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Wenn wir uns von unseren Ängsten befreien, befreit unsere Gegenwart automatisch andere."


Warum gefällt Frey, Assistant Professor für Human Resource Management und Marketing an der GGS, gerade dieser Spruch so gut?

„Es ist ein Plädoyer für Selbstbewusstsein“, erklärt sie. „Es ermutigt dazu, das Beste in sich selbst zu finden.“  Nicht nur das Zitat, die Person Mandela selbst habe sie tief beeindruckt, weil er seine Worte lebte. Der Südafrikaner hatte für seine Überzeugungen eingestanden und dafür 27 Jahre im Gefängnis gesessen. Für seinen Kampf gegen Rassentrennung und für Freiheit und Demokratie in seiner Heimat erhielt er den Friedensnobelpreis. Im Dezember vergangenen Jahres war Mandela im Alter von 95 Jahren gestorben.

Seine Worte fordern dazu auf, seine eigenen Stärken zuzulassen, sagt Frey. „Besonders schön finde ich die letzten Sätze.“ Sich von seiner Angst zu befreien und Herausforderungen furchtlos anzunehmen – und anzugehen – , sei einer der höchsten Stufen der Selbstfindung. Da eine Hochschule ein wichtiger Ort der Selbstfindung und -verwirklichung sei, passe der Spruch sehr gut in die GGS. „Jeder, der hier lehrt und lernt, soll sich trauen, seine eigenen Stärke mit einzubringen“, betont die Wissenschaftlerin.  

Die Grundaussage der Worte Mandelas erinnert Regina-Viola Frey an das Buch „The Tools“ von Phil Stutz und Barry Michels, das den Untertitel „Wie Sie wirklich Selbstvertrauen, Lebensfreude, Gelassenheit und innere Stärke gewinnen“ trägt. Auch hier bestärken die Autoren dazu, sich selbstbewusst und ohne Furcht seinen Aufgaben zu stellen. „Wenn man wieder einen schlechten Tag erwischt, sollte man sich daran erinnern, wie viele der schlechten Tage man bislang überstanden hat“, gibt Frey zu bedenken. „Nämlich 100 Prozent.“