Austauschprogramm der GGS bei der Kelley School of Business

»Jeder kann vom anderen lernen«

Sie haben 2014 an der Kelley-Week teilgenommen. Urlaub war das nicht, oder?
Auf keinen Fall, es war eine sehr vollgepackte Woche, in der jeder Tag ein Open End hatte. Wir hatten entweder Vorlesung oder haben in unserem Team am Live Case gearbeitet. Da hat abends keiner auf die Uhr geschaut und gesagt: 18 Uhr, jetzt gehen wir nach Hause. Mein Team hat aber schon auch darauf geachtet, dass wir noch mehr von Bloomington gesehen haben als die Business School.

Was genau war die Aufgabe beim Live Case?
„Let there be light! Solar Powered Community Life Centers for Africa at Philips“ war das Thema, ein Live Case mit realem Bezug. Der Elektronikkonzern Philips hat Solarzellen auf das Dach eines Schiffcontainers gepackt, die Batterien im Container speisen und mit modernster Technologie LEDs versorgen. Unsere Aufgabe bestand nun darin, einen Businessplan zu erstellen und die Markteinführung  dieser Community Life Center für Kenia und Nigeria zu planen. Sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass es in manchen Ländern nach Sonnenuntergang kein Licht mehr gibt, während man bei uns einfach nur den Schalter drücken muss, war sehr einprägsam. Für mich war der Fall besonders greifbar, weil ich 2013 mit der GGS auf Studienreise in Südafrika war.

Wie waren die Gruppen zusammengestellt?
Bei der Kelley Direct Week treffen sich für den Live Case Studierende aus ganz Amerika. Die Gruppen werden absichtlich ganz bunt zusammengewürfelt. In meiner Gruppe waren eine ehemalige Lehrerin, ein Ingenieur, jemand aus dem Finanzbereich und sogar einer aus der Navy. Doch gerade dieser diversifizierte Hintergrund hat es uns ermöglicht, den Live Case aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten und anzugehen. Ich denke, dass uns das bei der Bearbeitung des Themas enorm geholfen hat.

Wie hat Ihr Team denn abgeschnitten?
Von 24 Teams sind insgesamt nur sechs in die Finalrunde gekommen. Mein Team war eines davon und wir durften unser Konzept direkt vor Nick Kelso, Senior Communications Manager bei Philips Lighting Africa, und Steven Kang, Global Business Director bei Philips Professional Lighting Solutions, vorstellen. Zuvor hatten alle Gruppen vor Dozenten von der Kelley School of Business präsentiert, die die Finalisten ausgewählt haben. Insgesamt haben es zwei GGSler mit ihrer Gruppe ins Finale geschafft.

Gab es keine Verständnisschwierigkeiten?
Natürlich muss man sich als Gruppe erst finden. Es ist aber eine spannende Erfahrung mit Menschen zusammenzuarbeiten, die man zunächst gar nicht kennt und die unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben – das merkt man auch. In einem guten Team, in das jeder einzelne seine Stärken einbringt, kann jeder von dem anderen etwas lernen – und das führt am Ende auch zum Erfolg des Teams.

Hatten Sie überhaupt die Gelegenheit, das Campusleben außerhalb von Hörsaal und Teamarbeit zu genießen?
Durchaus! Es wurde auch viel Wert darauf gelegt, dass wir Gelegenheit zum Networking haben und uns kennenzulernen. Es gab Dinner-Abende und einen Bowling-Abend, an denen wir auch Kontakt zu Studenten außerhalb unseres Teams aufgebaut haben und uns mit ihnen austauschen konnten. Als wir am Freitag die Präsentationen geschafft hatten, sind wir noch zusammen in die Stadt losgezogen und haben ein bisschen gefeiert. Ich hatte in der Woche insgesamt wenig Schlaf, aber das gehört auch dazu.

Wie kann man sich den Campus der Indiana University vorstellen?
Der Campus ist wie eine kleine Stadt mit über 40.000 Studenten. Wir waren zwar während der  Summer Break da, aber es war immer noch sehr viel los. Prof. Roberto Garcia von Kelley, der auch Gastdozent an der GGS ist, hat sich uns angenommen und ist mit uns den Campus abgefahren, der allein durch seine schiere Größe beeindruckt. In den alten Sandsteingebäuden kann man die Tradition förmlich spüren und anfassen. Besonders eindrucksvoll war das riesige Football-Stadion der Indiana Hoosiers. Dort zu stehen, ist ein absolut beeindruckendes Gefühl.

Welche Erfahrungen und Erlebnisse nehmen Sie aus der Zeit an der Kelley Business School mit?
Mit Leuten zusammenzuarbeiten, die einen völlig anderen Hintergrund haben als man selbst, sich als Team zu finden und gemeinsam Herausforderungen anzugehen und zu bewältigen, war eine tolle Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann – insbesondere mit dem internationalen Hintergrund. Daraus sind viele Freundschaften entstanden. Für mich war es außerdem ein Erlebnis, so eine renommierte Uni kennengelernt zu haben und diesen Campus-Spirit erleben zu dürfen. Auch wenn es nur eine kurze Zeit war, fühle ich mich Kelley jetzt sehr verbunden.

Zur Person:

Jens Mosthaf ist Teamleiter bei der Schwarz Dienstleistung KG. Als IT-Architekt kümmert sich der 36-Jährige um die Umsetzung von Fachbereichsanforderungen in IT-Systeme und die dazugehörigen Prozesse.Seit Sommer 2012 studiert der Neckarsulmer im MBA-Programm an der GGS. Derzeit schreibt er seine Master Thesis mit dem Titel „Leveraging the Success of Information Technology Investments – the Important Role of Information Technology Architects“.