Mit Wille und Ausdauer ins Ziel

Jetzt heißt es erst mal durchschnaufen. Es ist noch keine zehn Minuten her, dass Fabian Flieger erfolgreich seine Master-Thesis verteidigt hat. Nun ist er ein Master of Business Administration, erschöpft, aber glücklich. »Ich fühle mich ein bisschen wie nach einem Lauf über 42 Kilometern«, sagt der Hobbyläufer. Ein Marathon, das ist wohl die richtige Metapher für das MBA-Studium an der GGS. Man braucht Ausdauer, Disziplin und einen starken Willen.  

Zu all den Eigenschaften kommt bei Fabian Flieger noch eine dazu: Wissbegier. Die hat ihn erst zum MBA-Studium gebracht. »Ich wollte schon immer wissen, wie Dinge funktionieren«, erklärt er. Zunächst bezieht sich das vor allem auf technische Aspekte. Er studiert deshalb Maschinenbau und landet anschließend in der Motorenentwicklung eines süddeutschen Automobilherstellers. Dort lernt er, dass keine Abteilung für sich stehen kann. Vielmehr ist ein Unternehmen wie ein Getriebe, das nur funktioniert, wenn alle Zahnräder ineinandergreifen. Folglich wollte er wissen, wie ein Betrieb im Inneren tickt und wie all seine Abläufe zu einem Ganzen zusammenlaufen. Deswegen entscheidet er sich für ein weiteres, ein MBA-Studium, das ihm den Weg vom Spezialisten zum Generalisten ebnen soll. Die Bedingung: »Ich wollte weiter voll arbeiten.«

Intensive Jahre

Als er bei seiner Suche nach einer geeigneten Hochschule auf die GGS stößt, kann er einen Punkt nach dem nächsten auf seiner Wunschliste abhaken. Berufsbegleitender Master? Check. Ein englischsprachiger MBA mit Schwerpunkt General Management? Check. Von seinem Wohnort im Remstal bei Stuttgart gut erreichbar? Check. Der Infoabend vor Ort überzeugt ihn endgültig vom Angebot in Heilbronn und so nimmt Fabian Flieger im Oktober 2013 das Studium an der Business School auf. Es werden zwei intensive Jahre, in denen er nicht nur im Job, sondern jetzt auch wieder im Unterricht volle Leistung bringen muss. »Da arbeitet man auch zwei Wochen mal durch, das darf man nicht unterschätzen.« Als er an einem Sonntagmorgen am Stuttgarter Pragsattel angehalten wird, muss er auch schon mal die Polizei davon überzeugen, dass er auf dem Weg zur Vorlesung und kein übernächtigter Partygänger ist.

Doch die Vorlesungen an den Wochenenden entschädigen für so manche private Entbehrung, vor allem weil auch die Chemie zwischen den Kommilitonen stimmt. Die Unterschiede in Erfahrung, Alter und beruflichem Hintergrund machen sich bezahlt. Bei Präsentationen und in der Gruppenarbeit profitiert jeder von jedem. »Man lernt miteinander und voneinander.« Deswegen hält der MBA-Absolvent den Präsenzunterricht am Heilbronner Bildungscampus für so wertvoll. Ebenso wie die internationalen Dozenten, die von renommierten Hochschulen in den USA, Brasilien, England oder Südafrika an die GGS kommen. Flieger lächelt: »Man besucht eigentlich fünf unterschiedliche Business Schools, ohne selbst auf Reisen zu gehen.« In den interaktiv gestalteten Kursen gewinnt er ein umfassendes Verständnis vom Unternehmen und eignet sich einen Wissensschatz an Methoden und Instrumenten an, auf den er im Job zurückgreifen kann, sobald er ihn braucht. Dass er das Studium an der GGS weiterempfehlen kann, ist von Fabian Flieger nicht nur so dahin gesagt. Er hat es auch wirklich getan und wurde bei der Weiterempfehlungsaktion der GGS als Gewinner gezogen.

Persönliche Standortanalyse

Rückblickend ist für den heute 28-Jährigen der MBA mehr als nur eine fachliche Weiterbildung gewesen. »Es war auch eine persönliche Standort-Analyse. Wo stehe ich und wo will ich hin?« Beruflich reift so in ihm die Erkenntnis, dass er einen Blick jenseits der Technik wagen möchte. Ein Wunsch, der sich schneller erfüllt als gedacht. Inzwischen ist er als Produktplaner im Produktmanagement an einer Stelle tätig, in der das Know-How aller funktionalen Bereichen einer Firma zusammenlaufen und er seine Kenntnisse entsprechend einbringen kann. Auch in privater Hinsicht haben sich die Weichen gestellt: Er hat noch während des Studiums geheiratet. »Ich bin da nicht der einzige aus meinem Kurs gewesen“, erzählt er. Wenn durch die Doppelbelastung wenig Zeit für die eigene Besinnung bleibt, ist eine feste Basis daheim das Wichtigste. Das haben auch viele seiner Kommilitonen erkannt.

Ein gemütlicher Spaziergang war das MBA-Studium nicht. Für Fabian Flieger ähnelte es tatsächlich einem Marathon. Voll motiviert gestartet, muss man über die Kilometer doch einige Durchhänger durchstehen, bis man mit einem Hochgefühl endlich über die Ziellinie läuft. Am 3. Juni bei der Graduierungsfeier wird Fabian Flieger offiziell die Masterurkunde überreicht bekommen. Die Bühne in der neuen Aula, sie wird sich ein bisschen anfühlen wie ein Siegertreppchen.