Herzensangelegenheit

»Was fällt Ihnen spontan rückblickend als besonders positiv ein?« Als die GGS 2013 bei der Absolventenbefragung unter vier Jahrgängen diese Frage stellt, zeichnet sich bei den MBA-Graduierten ein klares Bild ab: die Dozenten, antworten sie, das Gemeinschaftsgefühl, die kleinen Gruppen sowie die moderne Ausstattung und: Adelheid Schäfer-Terino. Das Ergebnis zeigt, welchen Stellenwert die Mitarbeiterin aus dem Programme Office bei den Studierenden hat. Eigentlich könnte sie sich etwas darauf einbilden. Tut sie aber nicht. Sie freut sich einfach und das ist typisch für Schäfer-Terino, die seit 2007 an der GGS die MBA-Studierenden betreut.

Sie und ihre drei Kolleginnen Julia Kaiser, Katharina Scheible und Yan Jing-Müller im Programme Office sind die ersten Ansprechpartner für die Studierenden. Sie begleiten sie vom ersten Tag ihres Studiums. Zu ihnen kommen sie, wenn es Fragen zum Studienbetrieb gibt, sie die Frist für ein Assignment verlängern wollen oder zu lange auf die Antwort eines Dozenten warten. »Wir sind so etwas wie die Anwälte für unsere Studierenden«, erzählt Schäfer-Terino und lächelt. Die Mutter einer Tochter weiß, dass das berufsbegleitende Studium eine intensive und schwierige Phase ist. »Mein Anliegen ist es, sie soweit wie möglich dabei zu unterstützen.«

Dazu zählt auch, einen reibungslosen Ablauf der Vorlesungen zu gewährleisten. Das Team des Programme Office organisiert die Module, bereitet Kursunterlagen vor und erinnert Professoren an Fristen oder daran, dass sie noch Unterlagen auf die E-Learning-Plattform laden müssen. Es vermittelt, kommuniziert, organisiert – manchmal ein ganz schöner Kampf. Doch damit hat Schäfer-Terino Erfahrung. Schließlich war die 56-Jährige Vorsitzende des Fechtclubs in ihrem Heimatort Beutelsbach im Remstal und hat jahrelang Florett wie Degen geschwungen. »Wären Säbel damals für Frauen schon zugelassen gewesen, hätte ich auch das gemacht«, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. 

Zentrale Schnittstelle

Im Programme Office laufen viele Fäden zusammen, sei es innerhalb des Studienbetriebs, zu dem auch die Zulassungsstelle und das Prüfungswesen zählen, oder aus allen weiteren Abteilungen wie IT, Bibliothek, Verwaltung und natürlich der Fakultät. »Es ist eine zentrale Schnittstelle im Haus«, erklärt Adelheid Schäfer-Terino. »Von hier geben wir viele Informationen weiter.« Das gute Miteinander mit den Kollegen ist Schäfer-Terino dabei eine Herzensangelegenheit. Sie weiß: Nur wenn alle am gleichen Strang ziehen, kann die Business School funktionieren.

Bevor sie an die GGS kam, war Schäfer-Terino unter anderem als Sekretärin und Fremdsprachenkorrespondentin tätig. In ihrer Ausbildung zog es sie zum Sprachstudium nach Perugia. Dort lernte sie nicht nur Italien, sondern auch ihren Mann kennen und lieben, einen Pfarrer, der heute im Heilbronner Osten eine Gemeinde leitet. Damit erklärt sich zum einen der italienische Einschlag in ihrem Namen, zum anderen warum Nächstenliebe für Schäfer-Terino keine leere Worthülse ist. Insgesamt zweieinhalb Jahre hat sie in Italien gelebt, für ein Sprachpraktikum verbrachte sie sogar einige Zeit auf Sizilien, dem Mutterland der Mafia. Vielleicht rührt daher auch ihre Vorliebe für »Die Sopranos«. Sämtliche Staffeln der preisgekrönten Mafia-Serie hat Schäfer-Terino zu Hause im Regal stehen.

Hochbetrieb an den Wochenenden

Sowohl ihre Fremdsprachen- wie auch Menschenkenntnis kommen Adelheid Schäfer-Terino an der GGS zugute. Den Kontakt mit Studierenden wie Dozenten im englischsprachigen MBA genießt sie sehr. »Auf die Studienwochenenden freue ich mich daher besonders«, berichtet die Pfarrfrau. Wenn sich Kursräume und die Students Lounge mit Leben füllen und Professoren aus aller Welt an der GGS eintrudeln, herrscht Hochbetrieb im Programme Office. Anfragen häufen sich, Termine und Räume müssen koordiniert werden genauso wie die Kollegen der Kursbetreuung, die von Freitag bis Sonntag die Stellung halten.

16 MBA-Kurse und mehr als 250 Studierende hat sie in den vergangenen acht Jahren betreut. Noch immer ist jede Graduierungsfeier auch ein besonderer Moment für Schäfer-Terino. Wenn die Absolventen bei der feierlichen Zeremonie – mit dem Masterhut auf dem Kopf – ihre Zeugnisse in der Hand halten, ist nämlich der Zeitpunkt gekommen, auf den diese zwei Jahre lang hingearbeitet haben, erzählt sie. Dann haben sie ihr Ziel erreicht »und damit auch ich«.