Let`s do it – Optimismus beim USA-Themenabend

09.03.2018

Seit einem Jahr ist US-Präsident Donald Trump nun im Amt – und hält seitdem die Welt in Atem. Zuletzt hat er mit seinen umstrittenen Einfuhrzöllen für Aluminium und Stahl besonders in Europa für Kritik gesorgt. Wohin steuern die Beziehungen mit den USA? Diese Frage war Ausgangs- und Mittelpunkt des Themenabends »Deutschland – USA: Beziehungsweise…« gestern im Haus der Wirtschaft in Heilbronn.  

Die Veranstaltung, die die GGS gemeinsam mit der Kreissparkasse Heilbronn und der IHK Heilbonn-Franken anlässlich der GGS-Studienreise in die USA ausrichtete, zeichnete dabei ein sehr differenziertes Bild von der Lage in den Vereinigten Staaten. Denn anders als vermutet, herrscht bei deutschen Unternehmen in Amerika keine Spur von negativer Stimmung. »Die Auftragsbücher sind voll«, sagte Dietmar Rieg, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York und seit 25 Jahren in den USA. Laut einer Umfrage der Kammer erwarteten 100 Prozent der befragten deutschen Unternehmen ein sehr gutes Geschäftsjahr 2018. »So etwas hatten wir noch nie.«

»Unterschätzen wir Trump?«, fragte Moderator Christopher Stehr, Professor für Internationales Management an der GGS. Zumindest scheue er sich nicht, die Dinge anzupacken, sagte Rieg. Auch die Journalistin Sabrina Fritz zollte dem Präsidenten in ihrem Vortrag ein gewisses Maß an Respekt. Es sei erstaunlich, was er innerhalb eines Jahres angepackt habe. »Wir können von ihm lernen: Let’s do it!« Fritz war sechs Jahre lang als USA-Korrespondentin für den ARD Hörfunk in Washington und damit hautnah dran am politischen Geschehen. Er sei sicherlich eine extreme Persönlichkeit, bestätigte sie. Aber aus Sicht seiner Anhänger habe er bis jetzt »einen guten Job gemacht«. Warum seine Umfragewerte trotzdem so schlecht sind? Fritz führt das auf die oft derbe Wortwahl Trumps und seine Unberechenbarkeit zurück.

Erfolg in den USA ist hausgemacht 

Amerika bleibt also auch unter Donald Trump ein attraktiver Auslandsmarkt. Doch was muss man beachten, will man in den USA Geschäfte machen? Das diskutierte Christopher Stehr in der wirtschaftspolitischen Podiumsdiskussion. Jan Brunner hat in North Carolina den US-Standort des Heilbronner Maschinenbauer Marbach aufgebaut. Sein englischsprachiges MBA-Studium an der GGS habe ihn für diese Aufgabe natürlich ideal vorbereitet, sagte er mit einem Augenzwinkern. Er betonte, das eine gute Vorbereitung das A und O sei. Der Markteintritt in die USA sei »ein großes Unterfangen«.

Es sei sinnvoll sich – gerade auch in Rechtsfragen – Rat von Fachleuten einzuholen, die sich in Amerika auskennen, sagte Rechtsanwalt Tycho H. E. Stahl. Der Amerikaner warnte vor der Freundlichkeit seiner Landsleute. »Wir duzen euch sehr schnell, damit wir schneller ins Geschäft kommen«, sagte Stahl grinsend und Sabrina Fritz ergänzte: »Wenn es ums Business geht, wird – bei aller Freundlichkeit – mit harten Bandagen gekämpft.« Doch es lohne sich den Kampf auszufechten, bestätigte auch Robert Koziel, der in den USA erfolgreich das Spritzgießunternehmen GRW Technologies der Schwaigerner Soehnergroup leitet. Erfolg in den USA sei hausgemacht, sagte Jan Brunner. »Es hat jeder selbst in der Hand.«