Die Region Heilbronn-Franken ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen in ganz Deutschland.

Heilbronn-Franken, die Region der Weltmarktführer

Heilbronn-Franken, die Region der Weltmarktführer, ist auch eine Region der Vielfalt. Das liebliche Taubertal im Norden, das landwirtschaftlich geprägte Hohenlohe mit zahlreichen Rad- und Wanderwegen an Kocher und Jagst sowie der industrielle Kern rund um das Oberzentrum Heilbronn, das zudem noch mit dem größten Rotweinanbaugebiet Deutschlands aufwartet, bilden ein breites Spektrum an Lebensqualität.

Den Vergleich mit bekannteren Regionen Deutschlands braucht Heilbronn-Franken nicht zu scheuen. Erst recht nicht, wenn man sich die enorme Dichte an Weltmarktführern anschaut, die ihresgleichen sucht und das Fundament für den Wohlstand und die Zukunftsfähigkeit der Region bildet. Basis dieses Wohlstands und der niedrigen Arbeitslosigkeit in der Region ist eine starke Wirtschaft, die sich dynamisch entwickelt und sich permanent neuen Herausforderungen stellt. Neben der Wirtschaft sind es viele weitere Faktoren, die diese Region so lebendig und lebenswert machen.

Starke Wirtschaft

Obwohl der Ländliche Raum klar dominiert, ist Heilbronn-Franken in erster Linie eine Industrieregion. Das liegt vor allem am Oberzentrum Heilbronn, das während der rasanten Industrialisierung im 19. Jahrhundert das „schwäbische Liverpool“ genannt wurde. Insbesondere die florierende Papierindustrie trug dazu bei, dass Heilbronn 1832 die Stadt mit den meisten Fabriken in Württemberg war.

Auch heute bildet das produzierende Gewerbe das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt und der Region. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2011 bei 33,7 Milliarden Euro, das sind mehr als 39.000 Euro je Einwohner. Davon kamen 43,7 Prozent aus dem produzierenden Gewerbe, im Landesschnitt waren es nur 39,1 Prozent. Die industriellen Schwerpunkte liegen im Stadt- und Landkreis Heilbronn, wo rund um den größten Arbeitgeber der Region, Audi, eine große Anzahl an Zulieferern wie Kolbenschmidt, Kaco Dichtungssysteme, die Heilbronner Traditionsfirma Läpple, der Untergruppenbacher Getriebehersteller Getrag oder Bosch in Abstatt angesiedelt sind. Mit dem Wechselrichterhersteller Kaco New Energy in Neckarsulm verfügt die Region auch über ein Schwergewicht in der Solarindustrie.

Die Bereiche Handel und Dienstleistungen sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wichtiger geworden, während die früher so ausgeprägte Landwirtschaft weiter an Bedeutung verliert. Weltweit erfolgreiche Handelsunternehmen wie die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, die Künzelsauer Schraubenhändler Würth und Berner oder der Heilbronner Sportfachhandelsverbund Intersport sind bedeutende Faktoren für die Prosperität der Region. Das gilt auch für die Finanzwirtschaft mit Unternehmen wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall und den Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken. Sie sind nicht nur wichtige Finanzierer des Wachstums, sondern auch verlässliche Ausbilder und Arbeitgeber in der Region.

Komplettiert wird die regionale Wirtschaft durch einen breit aufgestellten Einzelhandel und mehr als 12.000 Handwerksbetrieben – beide Branchen sind Anker der Stabilität und unentbehrlich für eine funktionierende Wirtschaft und hohe Lebensqualität im unmittelbaren Lebensumfeld.

Mit dieser diversifizierten Wirtschaftsstruktur ist Heilbronn-Franken glänzend aufgestellt, wie zahlreiche Studien und Rankings immer wieder unterstreichen. Was die Dynamik in Baden-Württemberg und Deutschland angeht, liegt die Region regelmäßig ganz weit vorn. Das renommierte Prognos-Institut etwa hat in seinem jüngsten Zukunftsatlas vom November 2013 der Region eine hohe Zukunftsfähigkeit bescheinigt. Insbesondere der Landkreis Heilbronn schneidet bei derlei Untersuchungen stets sehr gut ab. So kam der Landkreis Heilbronn beim Ranking der wirtschaftsstärksten Regionen  von „Focus Money“ im Januar 2014 auf den zweiten Platz. Auch Hohenlohe schaffte es in die Top Ten mit einem ausgezeichneten neunten Rang.

Weltmarktführer

Die Region Heilbronn-Franken ist auch deshalb so erfolgreich, weil Unternehmertum hier eine lange Tradition hat, die auch heute noch in bestem Sinne gepflegt wird. Dieses Engagement schlägt sich nieder in einer besonders hohen Innovationskraft der Unternehmen. Egal ob Konzern, Mittelständler oder Kleinbetrieb – Forschung und Entwicklung werden in der heimischen Wirtschaft großgeschrieben. Nur durch permanente Optimierung bestehender Produkte und Dienstleistungen und pfiffige Neuentwicklungen sind die Unternehmen in der Lage, im härter werdenden globalen Wettbewerb zu bestehen.

Das gilt erst recht für eine stark exportorientierte Region wie Heilbronn-Franken: Die Exportquote lag 2012 bei 52,2 Prozent, im Landkreis Heilbronn sogar bei 61,7 Prozent, während sie in Baden-Württemberg lediglich 45 Prozent betrug. Heilbronn-Franken pflegt sein Image als selbsternannte Region der Weltmarktführer und Hidden Champions.

Häufig waren oder sind es große Unternehmerpersönlichkeiten, die diesen Anspruch einlösen und der Region ein Gesicht in der Öffentlichkeit verleihen. Reinhold Würth etwa hat das gleichnamige Künzelsauer Unternehmen zum Weltmarktführer für Befestigungs- und Montagetechnik ausgebaut. Darüber hinaus hat er sich bundesweit einen Namen als Kunstsammler und Mäzen  gemacht – so sorgte er 2011 für Schlagzeilen, als er die Holbein-Madonna für schätzungsweise 50 Millionen Euro kaufte, die nun in der Johanniterkirche in Schwäbisch Hall zu bewundern ist.

Von Lauffen im Zabergäu aus hat Heinz-Dieter Schunk den weltweit führenden Spezialisten für Spann- und Greiftechnik Schunk geschaffen. Und Wolf-Gerd Dieffenbacher hat den gleichnamigen Maschinen- und Anlagenbauer aus Eppingen zur globalen Nummer eins bei Maschinen zur Holzverarbeitung  ausgebaut. Die Liste der traditionsreichen Familienunternehmen ließe sich lange fortsetzen.

Sie alle sind in ihrem Segment, in ihrer Nische spitze – häufig im Schatten der Öffentlichkeit. Dort tummeln sich eher die bekannten Marken, die die Region ebenfalls in Hülle und Fülle zu bieten hat: Knorr aus Heilbronn, mittlerweile zum Unilever-Konzern gehörend, Klafs-Saunen aus Schwäbisch Hall, Audi aus Neckarsulm, Brunnen-Kalender und -Schreibwaren von Baier & Schneider aus Heilbronn, Landliebe-Milch und -Joghurts von Campina, Alfi-Isolierkannen aus Wertheim, Mustang-Jeans aus Künzelsau oder Kopfhörer von Beyerdynamic aus Heilbronn.

Und natürlich der Wein, der diese Region landschaftlich und kulturell seit Jahrzehnten prägt. Die hiesigen Wengerter haben in den vergangenen Jahren mit kreativen Vermarktungsideen und vielversprechenden Neuzüchtungen viel für die öffentliche Wahrnehmung des Württemberger Weins getan und das lange belächelte Trollinger-Image der Region abgeschüttelt. Auch hier zeigt sich der beeindruckende Wandel einer lange Zeit unterschätzten Region zum selbstbewussten Spieler im Konzert der Regionen.

Struktur

Die 1973 im Zuge der baden-württembergischen Kreisgebietsreform  gegründete Region Heilbronn-Franken liegt geografisch gesehen in der Mitte Europas. Sie umfasst den Stadtkreis Heilbronn, den Landkreis Heilbronn, den Hohenlohekreis, den Landkreis Schwäbisch Hall und den Main-Tauber-Kreis.

Mit einer Fläche von 4765 Quadratkilometern ist sie die größte der zwölf Regionen in Baden-Württemberg. Es leben derzeit rund 870.400 Menschen in den insgesamt 111 Kommunen. Die Region ist sehr ländlich geprägt, 80 Prozent der Fläche gehören zum Ländlichen Raum, wo auch mehr als die Hälfte der Bevölkerung wohnt.

Oberzentrum der Region ist die Stadt Heilbronn mit rund 120.000 Einwohnern. Die acht Mittelzentren Neckarsulm, Öhringen,  Künzelsau, Schwäbisch Hall, Crailsheim, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim verteilen sich recht gleichmäßig auf die verschiedenen  Landkreise.

Wirtschaftsfaktoren Neckar und Salz

Für Heilbronn als wichtigster Stadt der Region war und ist der Neckar ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die ehemals Freie Reichsstadt Heilbronn profitierte schon ab dem späten Mittelalter dank des Umschlagsprivilegs von 1333 stark vom florierenden Handel auf der württembergischen Wasserstraße. Auch bei der Industrialisierung Heilbronns im 19. Jahrhundert spielte der Neckar eine wichtige Rolle, etwa für die sich herausbildende papierverarbeitende Industrie, die ihre Mühlen mit Neckarwasser betrieb.

Heute verfügt Heilbronn über den größten Neckarhafen und den siebtgrößten Binnenhafen Deutschlands. Der jährliche Umschlag von 3,6 Millionen Tonnen (2012) besteht vor allem aus Baustoffen, Steinkohle für das Heilbronner EnBW-Kraftwerk und Salz aus dem Heilbronner Salzbergwerk. Bereits seit dem Jahr 1885 wird Salz aus dem Heilbronner Bergwerk gefördert. Das unterirdische Straßennetz ist mit mehr als 700 Kilometern länger als das über Tage. Abgebaut, verarbeitet und vermarktet wird das Stein- und Siedesalz von der Südwestdeutschen Salzwerke AG, die jeweils knapp zur Hälfte der Stadt Heilbronn und dem Land Baden-Württemberg gehört.

Mit dem 2012 eröffneten trimodalen Containerterminal am Heilbronner Hafen hat die Stadt die Voraussetzungen für weiteres Wachstum beim Warenumschlag auf dem Wasser, der Schiene und der Straße geschaffen.

Bedeutende Söhne

Der wohl bekannteste Sohn der Stadt Heilbronn ist der Konstrukteur Wilhelm Maybach (1846-1929), der freilich nur fünf Jahre in seiner Geburtsstadt lebte, ehe er mit seiner Familie nach Stuttgart zog. Als technischer Direktor beim Autobauer Daimler in Bad Cannstatt trug Wilhelm Maybach maßgeblich zur Entwicklung des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor bei. Die GGS hat einen Besprechungssaal nach Wilhelm Maybach benannt.

Als größter Sohn der Stadt gilt jedoch der Physiker und Arzt Robert Mayer  (1814-1878), der den ersten Hauptsatz der Thermodynamik, den sogenannten Energieerhaltungssatz, formulierte. Dem vor 200 Jahren geborenen Physiker gedenkt die Stadt Heilbronn 2014 mit einem Robert-Mayer-Jahr.

Bildung

Die Bildungslandschaft in der Region unterliegt einem rasanten Wandel, der vor allem in Heilbronn deutlich erkennbar ist. Zwar hat Heilbronn-Franken im Vergleich zu anderen Regionen im Land noch immer zu wenig Studienplätze – doch die Aufholjagd ist in vollem Gang. Die Hochschule Heilbronn mit ihren Außenstellen in Künzelsau und Schwäbisch Hall ist mit rund 8200 Studierenden die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Und die Bewerberzahlen steigen weiter.

Der im Oktober 2011 eröffnete Bildungscampus in Heilbronn brachte einen  weiteren Schub. Auf dem von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanzierten Campus sind neben der GGS auch die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Campus Heilbronn untergebracht. Ergänzt wird das junge innerstädtische Hochschulleben durch den Campus der Hochschule Heilbronn am benachbarten Europaplatz.

Der Heilbronner Ehrenbürger und Mäzen Dieter Schwarz will seine Heimatstadt sukzessive zur Wissensstadt ausbauen. Bis 2019 soll der Bildungscampus  daher großzügig erweitert werden, so dass in wenigen Jahren bis zu 7700 Studierende Heilbronns Innenstadt bereichern sollen.

Lebenswerte Region

Hohe Lebensqualität zeichnet die Region Heilbronn-Franken aus. Zwischen  Neckar, Jagst, Tauber, Kocher und Main findet sich ein reichhaltiges Angebot an Freizeit, Kultur und Gastronomie. Das Württembergische Kammerorchester und das Theater Heilbronn werden auch überregional beachtet, ebenso wie die Freilichttheater in Jagsthausen und Schwäbisch Hall oder die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Auch touristisch holt die Region seit einigen Jahren auf, was nicht zuletzt dem Ausbau des Tourismusmarketings zu verdanken ist.

Reizvolle Rad- und Wanderwege, Burgen und Schlösser, zahlreiche  Gourmetrestaurants wie das Schlosshotel Friedrichsruhe und die gepflegte Weinkultur sorgen für stetig steigende Übernachtungszahlen zwischen   Wertheim und Wüstenrot. Nicht zu vergessen die unzähligen Besenwirtschaften, Feste und Märkte, die sich bei Einheimischen und Gästen großer Beliebtheit erfreuen.

Dazu kommen attraktive Freizeitangebote wie der Erlebnis- und Wildpark Tripsdrill, das Besucherbergwerk der Salzwerke in Bad Friedrichshall oder die Experimenta in Heilbronn, das größte Science-Center Süddeutschlands, das in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut wird. Große Anziehungskraft auf gesundheitsbewusste Menschen üben zudem die drei Heilbäder in Bad Wimpfen, Bad Rappenau und Bad Mergentheim aus.