Motivation und Ziele

Motivation und Ziele beim Projekt Seneca

Innovation wird in Wissenschaft und Praxis als treibende Kraft für das langfristige Prosperieren von Unternehmen und ganzen Volkswirtschaften angesehen. Insbesondere, wenn es darum geht, langfristig am Markt zu bestehen, kommt der nachhaltigen Produktion von Innovationen eine entscheidende Rolle zu. Wachstum und Wohlstand sind immer mehr abhängig von kontinuierlichen Investitionen in die Fähigkeit von Firmen, schnell zu innovieren und neue Ideen weltweit zu vermarkten. Dies gilt insbesondere für Deutschland als Hochlohnstandort, dessen hauptsächliche Ressource in der Exzellenz seiner Forschung und Entwicklung (F&E) und in hochqualifizierten Mitarbeitern besteht. Entsprechend sind der Aufbau von Wissen und die Fähigkeit, dieses Wissen in marktfähige Leistungen umzusetzen, die wichtigste Ressource, die ein Unternehmen hat.

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Das SENECA-Projekt der German Graduate School of Management and Law, Heilbronn stellt sich daher in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Otto-Friedrich-Universität Bamberg die Frage:

Was zeichnet Unternehmen aus, die über Jahre und Jahrzehnte in der Lage sind, Innovationen hervorzubringen und am Markt erfolgreich zu sein und welche Rolle spielen Unternehmensnetzwerke in diesem Kontext?

Die Antwort lautet: Innovationsführer zeichnen sich zum einen durch – unternehmensintern – besseres Wissens- und Innovationsmanagement und zum anderen – extern – durch bessere Ausnutzung ihres Partnernetzwerkes aus, so dass die Kombination der beiden Aspekte ein Garant für Innovationserfolg darstellt.

Diese Erkenntnis basiert auf einer Analyse unter den 2.500 größten Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland, welche durch den Beirat des innovationsforum:heilbronn-franken unterstützt wurde. Darüber hinaus konnte das zuvor entwickelte und der Studie zu Grunde liegende Forschungsmodell empirisch validiert werden, welches einen ganzheitlichen Erkläransatz für den Innovations- und damit auch den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens liefert. Die wichtigsten Erkenntnisse und abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind unter dem Titel »Unternehmensnetzwerke und Innovationserfolg: Eine empirische Untersuchung im produzierenden Gewerbe« im ibidem Verlag erschienen und sind im Folgenden zusammengefasst:

Innovationserfolg entsteht aus den Faktoren

  • Wissensstand (internes Markt-, Technologie-, Prozess-, Produkt- und Organisationswissen)
  • Netzwerk (Qualität des externen Netzwerkes des Unternehmens)
  • Aufnahmefähigkeit (externes Wissen aus dem Netzwerk dem eigenen hinzufügen können)
  • Umsetzungsfähigkeit (internes wie externes Wissen tatsächlich umsetzen können)
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Ansatzpunkt Technologie- und Umsetzungs-Know-how

Wissensstand, Aufnahme- und Umsetzungsfähigkeit sind häufig sehr unterschiedlich ausgeprägt und zeigen die Lücke zwischen Innovationspotenzial und tatsächlicher Realisierung; insbesondere ist Technologie-Know-how häufig größer als Umsetzungs-Know-how. Innovationsführer haben vor allem höheres Umsetzungs-Know-how als Durchschnittsunternehmen.

Ansatzpunkt Innovationsmanagement

Im Rahmen des Umsetzungs-Know-how hat ein dediziertes Innovationsmanagement den größten Einfluss auf Innovations- und wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Weniger als die Hälfte der Unternehmen hat derzeit ein zufriedenstellendes Innovations-management. Eine Messung des Innovationserfolges trägt maßgeblich zur Optimierung des Innovations-prozesses bei und leistet einen entscheidenden Beitrag für den Innovationserfolg weiterer Projekte.

Ein weiterer Output des Projektes ist ein typunabhängiges Online-Benchmarking-Tool, welches jedem Unternehmen ermöglicht, seine Innovationsfähigkeit und seinen Innovationserfolg, seine Einbindung im Unternehmensnetzwerk sowie seine Stärken und Schwächen bezüglich des im Unternehmen vorhandenen Wissens und dessen Aufnahme und Umsetzung individuell und transparent zu analysieren.