Nachhaltigkeitsbezogene Informationsdefizite in globalen Wertschöpfungsketten: Analysen und Lösungsansätze im Kontext des Supply Chain Management

Projektbeschreibung

Immer knapper werdende Ressourcen und die zunehmende Belastung der Umwelt verstärken soziale und ökologische Spannungen, sodass sich die gesellschaftliche Diskussion zur Notwendigkeit der langfristigen Erhaltung der Lebensgrundlagen verschärft. Auf Grund immer stärker gesunkener eigener Wertschöpfungstiefen und der fortschreitenden Globalisierung unterliegen heutige Wertschöpfungsketten einem stetigen Wandlungsprozess hin zu steigender Komplexität und globaleren Netzwerken In diesem Kontext fordern regulative Akteure Unternehmen auf, eine breitere Perspektive auf Nachhaltigkeit einzunehmen, da die größten Nachhaltigkeitsauswirkungen nicht in einzelnen Unternehmen, sondern aggregiert in den jeweiligen Wertschöpfungsketten entstehen. Die eigenständigen Unternehmen sind dabei gleichzeitig Mitglied in einer Vielzahl dieser konkurrierenden Wertschöpfungsketten. Vor diesem kompetitiven Hintergrund stellt sich die Frage, wie man das identifizierte Optimierungspotenzial vertikaler, unternehmensübergreifende Kooperation entlang der Wertschöpfungskette zwischen Handel, Großhandel, Produzent, Komponenten- und Rohmateriallieferanten erfolgreich realisieren und kontrollieren kann.

Ein grundlegendes Verständnis, wie diese einzelnen Unternehmensfunktionen ihre jeweilige Umweltwirkung verbessern können, wurde in den letzten Jahrzehnten ausgiebig erforscht und besteht bereits. Eine wesentliche Problematik ist jedoch, dass bisher eine adäquate Integration sowohl über die Funktionsbereiche hinweg als auch entlang mehrerer Stufen der Wertschöpfungskette noch nicht existiert, da immer wieder an verschiedenen Schnittpunkten in Wertschöpfungsketten Informationsdefizite auftreten.

Das Projekt versucht innerhalb verschiedener Forschungsstudien Informationsdefizite genauer zu identifizieren und zu analysieren. Teilgebiete des nachhaltigen Supply Chain Managements (bspw. Lieferantenauswahl, Lieferantenbewertung, Lieferantenentwicklung) liefern hierbei den primären Anwendungsbereich, um Lösungsansätze zu entwickeln. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit sich Indikatoren des (nachhaltigen) Supply Chain Managements in andere unternehmerische artverwandte Kontexte (z.B. die Nachhaltigkeitsberichterstattung) übertragen lassen, um integrierte, funktionsübergreifende Prozesse innerhalb von Unternehmen selbst und zwischen Unternehmen in ganzen Wertschöpfungsketten zu etablieren.

Projektmitglieder

Vorträge bei Konferenzen und Seminaren

  • Blome, C., Schleper, M. C., & Hofmann, H. (2015, November). Managing conflict minerals: An exploratory study of supply chain due diligence. Paper presentation at the 46th Annual Meeting of the Decision Science Institute, Seattle, USA.
  • Hofmann, H., Schleper, M. C., & Blome, C. (2015, May). Supply chain due diligence – An exploratory case study of adoption of conflict mineral management. Paper presentation at 26th Production and Operations Management Society Conference, Washington D.C., USA.
  • Hofmann, H., Schleper, M. C., & Blome, C. (2015, March). Supply chain due diligence – An exploratory case study of adoption of conflict mineral management. Paper presentation at 2nd EurOMA Sustainable Operations and Supply Chain Forum, Barcelona, Spain.
  • Groetsch, V., Blome, C., Henke, M., & Schleper, M. C. (2011, May). Proactive management of supplier bankruptcies: An explorative analysis of control forms and cognitive styles. Paper presented at the 22nd Production and Operations Management Society Conference, Reno, USA

Kooperationspartner

Veröffentlichungen

  • Schleper, M. C. and Foerstl, K. (2016). Compliance im Kontext nachhaltigen Supply Chain Managements. In: Schulz, M. (ed.), Compliance Management in Unternehmen – Strategie und praktische Umsetzung, Frankfurt/M.: Deutscher Fachverlag GmbH, in print.
  • Hofmann, H., Schleper, M. C., & Blome, C. (2016). Conflict minerals and supply chain due diligence: An exploratory study of multi-tier supply chains. Journal of Business Ethics, DOI 10.1007/s10551-015-2963-z , in print.
  • Schleper, M. C., Blome, C., & Hofmann, H. (2016). Due Diligence in der Lieferkette: Konfliktrohstoffe identifizieren und Menschenrechte wahren. Beschaffung Aktuell, 3, 12-14.
  • Groetsch, V. M., Blome, C., & Schleper, M. C. (2013). Antecedents of Proactive Supply Chain Risk Management: A Contingency Theory Perspective. International Journal of Production Research, 51(10), 2842-2867.