Michael Pult

Projektmanager seines eigenen Lebens

Marathonläufer, Pilgerer, Blogger, Häuslebauer, Buchautor,  Führungskraft – all das ist Michael Pult. Offiziell ist der 40-Jährige aber das, was auf seiner Visitenkarte steht: Leiter Kommunikation bei der Firma Arnold Umformtechnik in Forchtenberg. Doch eigentlich passt eine andere Bezeichnung viel besser zu dem sportlichen Mann mit den grauen Strähnen: Projektmanager für sein eigenes Unternehmen Leben. Denn nicht nur beruflich, sondern vor allem privat schultert der 40-Jährige immer wieder neue Aufgaben. „Die neuen Projekte sind meine Herausforderung“, sagt er.

Wie das genau aussieht, zeigt seine Chronik der vergangenen zehn Jahre.  Von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen aufhören – ein Projekt. Einen Marathon laufen – das zweite Projekt. Den Jakobsweg erkunden – ein weiteres Projekt. Ein Buch schreiben, ein Haus bauen, Nachwuchs bekommen, Karriere machen – das alles sind Projekte, die Michael Pult bereits erfolgreich gemeistert hat. An erster Stelle stand aber 2004 der berufsbegleitende Masterabschluss an der GGS, damals noch heilbronn business school.

Michael Pult gehörte zu den ersten Studenten der Business School. Eines hatte er seinen Kommilitonen damals aber schon voraus: Berufsbegleitend studieren war für ihn kein Fremdwort. Bereits Mitte der Neunziger hatte Pult sein Diplom in Betriebswirtschaft an der AKAD im Fernstudium gemacht. Parallel dazu arbeitete er beim Ventilatorenhersteller ebmPapst im Vertrieb.  

Einige Jahre später dann das Projekt Masterabschluss. Der berufliche Aufstieg war damals nicht allein der Antrieb für das Vorhaben. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Pult schon bei Arnold Umformtechnik in Forchtenberg in der Kommunikation. Die Konstante in Pults Leben, die nun schon zwölf Jahre dauert und ihm die Freiheit für seine Projekte gibt. Es war aber vor allem die Herausforderung des Studiums, die ihn reizte.

Denn der Masterabschluss an der GGS hat Michael Pult gezeigt, dass es geht, sich Ziele neben der 40-Stunden-Woche zu setzen und diese auch zu erreichen. „Man kann alles erreichen, wenn man es wirklich will und den Mut hat, sich aus dem Alltag zu lösen“, sagt er.  Sein Motto: „Entweder man tut etwas oder man tut es nicht.

Und Michael Pult tat es. Nach dem Abschluss an der GGS und der Mitbegründung des Alumni-Vereins der GGS folgte eine weitere Erfolgsgeschichte. „Ich war damals Kettenraucher“, erzählt Pult. Nach einem erschreckenden Besuch beim Arzt hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Rauchen auf, meldete sich einige Zeit später im Fitnessstudio an und entdeckte das Laufen für sich. Aus der Freude am Laufen wurde eine Leidenschaft, die immer größere Herausforderungen forderte. Bis hin zum Vorhaben, einen Marathon zu laufen. In einem Internetblog dokumentierte er seine Fortschritte.«Mit dem Blog wollte ich mich selbst unter Druck setzen», sagt er. 

„Nachdem ist den Marathon gelaufen war, das Ziel erreicht war, fiel ich in ein Loch“, erzählt Pult. Ein neues Projekt war nach der Lektüre von Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“-Bestseller schnell gefunden: 120 Kilometer auf dem Jakobsweg pilgern – wieder begleitet von einem Internetblog. Noch im gleichen Jahr machte er sich auf den Weg. Und nicht nur das: Ein Verlag interessierte sich für seine Geschichte, im März 2012 erschien Pults Buch „Ein sehr gutes Jahr“.

Welche Projekte Michael Pult künftig plant, weiß er selbst noch nicht. Nach dem Status Masterstudent, Führungskraft, Blogger, Pilgerer und Marathonläufer ist Pult seit Kurzem auch noch Häuslebauer und bald auch Vater – diesmal ohne Internetblog. (ag)

Alle Informationen zum Buch unter: http://www.ein-sehr-gutes-jahr.de