Die Referenzen zeichneten ein vielfältiges Bild der Türkei.

200 Gäste bei Türkei-Abend

08.03.2014

„Sie werden ein neues Bild von der Türkei erhalten“, das versprach GGS-Professor Christopher Stehr den rund 200 Gästen bei den ersten Heilbronner Gesprächen zur Unternehmensführung in diesem Jahr. Und er sollte Recht behalten. Unter dem Titel „Türkei – auf Erfolgskurs?“ hatte die German Graduate School gemeinsam mit der IHK Heilbronn-Franken und der Kreissparkasse Heilbronn erstklassige Redner unter die Pyramide in der Kreissparkasse geladen, die ein spannendes Bild von der Türkei  zeichneten – und ein vielversprechendes.

Denn die Frage, ob die Türkei auf Erfolgskurs sei, beantworteten alle mit einem klaren Ja. Marc Landau, Geschäftsführer der Deutsch-Türkischen IHK, zeigte auf, was für eine rasante Entwicklung die Türkei in den vergangenen Jahren durchlebt hat. „Vor zwölf Jahren stand die Türkei wirtschaftlich vor dem Abgrund“, sagte er. Inzwischen sei das ganz anders: Die politische Lage sei stabiler, die Inflation reduziert, die Exporte hätten sich vervierfacht. Eine geschäftliche Investition lohne sich daher, sagte Landau, gab aber zu bedenken, dass die innenpolitischen Auseinandersetzungen die wirtschaftliche Stabilität beeinträchtigen.

Auch der Generalkonsul der Türkei in Stuttgart, Türker Ari, zeigte auf, wie wirtschaftsstark die Türkei ist und welche Pläne sie hat. Derzeit die 17 größte Volkswirtschaft der Welt will sie in den kommenden zehn Jahren unter die Top Ten. Ari stellte die Türkei als ein vielfältiges Land zwischen Tradition und Moderne vor und wartete mit interessanten Fakten auf. Oder wussten Sie, dass die Türkei der weltweit größte Produzent von Haselnüssen und Aprikosen ist?

Beim Essen lautes Naseputzen unterlassen

Vorwiegend von positiven Erfahrungen berichtete der auf türkisches Recht spezialisierte Rechtsanwalt Prof. Dr. Christian Stumpf. „Ich fühle mich vor türkischen Gerichten wohl“, sagte er. In der Türkei komme man bisweilen schneller zu seinem Recht als in anderen europäischen Ländern. Außerdem verwies er darauf, wie unkompliziert und schnell Firmengründungen in der Türkei vonstatten gehen können.  

Vom Geschäftsleben in der Türkei wussten auch Nicholas Büthe, Head of Sales bei Münzing Chemie, und der Geschäftsführer von Immop Cengizhan Öztan zu erzählen. Beide rieten dazu, offen zu sein und sich auf die (geschäftlichen) Eigenarten einzulassen. Öztan stellte außerdem einen kleinen Türkei-Knigge mit den wesentlichen Do’s und Don’ts zusammen. Ganz wichtig: Niemals beim Essen oder im Gespräch genüsslich die Nase putzen. „Das ist absolut verpönt.“

So hatte der Abend, der auch auf die bevorstehen GGS-Studienreise in Türkei vorbereiten sollte, neben den wirtschaftlichen Aspekten viel Kulturelles zu bieten. Auch dank des türkischen Frauenvereins, der die Gäste mit türkischen Spezialitäten verköstigte, und der Folkloregruppe AHENK, die in farbenfrohen, glänzenden Kostümen einen traditionellen Volkstanz aufführte. Der vielfältige Abend hielt somit, was Christopher Stehr zu Beginn versprochen hatte.